Die Ausarbeitung eines Raumentwicklungsplans (POVI) ist eine rechtliche Verpflichtung für jede Provinz. Der vorliegende POVI ist eine Aktualisierung des POVI aus dem Jahr 2021.
Nach dem geltenden niederländischen Umwelt- und Planungsgesetz ist die Provinz gesetzlich verpflichtet, den POVI im Digitalen System Umwelt- und Planungsgesetz (Digitaal Stelsel Omgevingswet, DSO) zu veröffentlichen.
Das DSO bietet die Möglichkeit, den Text im Buchformat zu lesen. Es ist aber auch möglich, alle Informationen zu einem bestimmten Thema, einer bestimmten Region, einer bestimmten Aufgabe usw. auszuwählen und so abzurufen. Darüber hinaus kann auf der Karte eingesehen werden, welche Vorschriften, Ziele, Aufgaben usw. für einen bestimmten Ort auf der Karte gelten. Im Text ist dann sofort ersichtlich, was an diesem bestimmten Ort gilt. Die Links zur Karte sind im Text leicht zu finden, da sie blau eingefärbt sind. Blauer Text ohne Symbole verweist auf weitere Informationen zum Thema in einem anderen Abschnitt des Plans oder auf eine externe Website. Die blauen Symbole im Text verweisen auf eine Kartenverknüpfung, eine Begriffsbestimmung (i) oder auf einen externen Ort (Datei oder Website). Sie werden sichtbar, wenn Sie die Maus darüber bewegen. Der POVI ist zu finden unter:
- Suche – Regeln auf der Karte – Umwelt- und Planungsgesetz – Regeln auf der Karte – Omgevingsloket
- Planviewer für Umgebungsdokumente Limburg (POLviewer)
Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Zentralregierung das DSO geschaffen hat, damit alle staatlichen Karten in einem System gefunden werden können. Aus diesem Grund ist es möglich, bis auf die Ebene der einzelnen Grundstücke heranzuzoomen. Die Politik der Provinz hingegen konzentriert sich hauptsächlich auf die überkommunale Ebene und auf spezifische Themen. Dadurch kann es vorkommen, dass sich eine Grenze quer über Ihr Grundstück erstreckt. Möglicherweise fragen Sie sich beunruhigt, was eine solche Färbung zu bedeuten hat? Das Praktische daran ist aber: So können Sie genau sehen, welche Themen auf Ihr Grundstück zutreffen. Wenn Sie in der Zukunft etwas auf Ihrem Grundstück vorhaben, wissen Sie genau, welche Aspekte Sie beachten müssen. Bei der Beurteilung von Initiativen wird die tatsächliche Situation berücksichtigt. Im Laufe des Jahres 2026 wird auch die Umgebungsverordnung auf der Grundlage des endgültigen POVI angepasst werden. Wenn für ein bestimmtes Thema provinziale Vorschriften gelten, werden sie in der Umgebungsverordnung aufgeführt.
Einleitung
Die Welt und Limburg verändern sich. Globale Faktoren wie klimatische Veränderungen, technologische Innovationen und geopolitische Spannungen beeinflussen auch unsere Provinz. In Limburg wird der Raum immer begrenzter. Auch die Verfügbarkeit von ausreichend Wasser ist nicht mehr sicher. Die Überlastung der Netze nimmt zu, die Luft-, Wasser- und Bodenqualität stehen unter Druck und die Region altert schneller und stärker als anderswo im Land. Dies erfordert klare Entscheidungen. Wir reagieren darauf mit der Aktualisierung unseres Provinzialen Raumentwicklungsplans (POVI). Dieser Plan gibt die langfristige Richtung für die Entwicklung der physischen Lebensumwelt vor. Er knüpft an das niederländische Umwelt- und Planungsgesetz an und gibt Behörden, Organisationen der Zivilgesellschaft, Unternehmen, Einwohnern und Partnern Instrumente an die Hand, um Limburg gemeinsam lebenswert, attraktiv und zukunftsfähig zu halten.
1. Die Hauptaufgaben und Ziele der Provinz Limburg
Es gibt vier übergreifende Ziele:
- Starke Städte und Dörfer mit guten Niederlassungsbedingungen:
Gewährleistung einer ausreichenden Zahl von Wohnungen in der richtigen Qualität. Optimale Flächennutzung in bestehenden Städten und Dörfern, Verbesserung der Lebensqualität und Stärkung der wirtschaftlichen Innovationsstärke. - Ausgewogenheit zwischen Funktionen im ländlichen Raum:
Die Interessen von Landwirtschaft, Natur, Wasser, Landschaft und Freizeitwirtschaft werden unter anderem durch eine gebietsbezogene Zoneneinteilung miteinander in Einklang gebracht. - Zukunftsfähige Mobilitäts- und Energiesysteme:
Nachhaltige Energieversorgung und intelligente Mobilitätslösungen. - Vitaler Boden und robustes Wassersystem:
Wiederherstellung der Bodenqualität und Sicherstellung, dass unser Wassersystem sowohl Dürreperioden als auch Zeiten mit hohem Wasserabfluss bewältigen kann.
Wie werden wir unsere Ziele verwirklichen?
Wir gehen die Herausforderungen ganzheitlich an, indem wir uns für eine klare Lenkung und Kooperation entscheiden. Wir arbeiten nach vier Leitprinzipien – den Limburger Grundsätzen:
Grundsatz 1 – Gesunde und sichere Lebensumwelt:
Priorität für Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen von Menschen, Tieren und Pflanzen. Die Lebensumwelt sollte dazu beitragen, beispielsweise Luftverschmutzung, Lärmbelästigung, Hitzestress und Sicherheitsrisiken, sowohl physischer als auch sozialer Art, zu vermeiden.
Grundsatz 2 – Identität und Merkmale von Gebieten:
Politische Entscheidungen werden auf einzigartige Landschaften, Kulturen und Gebietsmerkmale abgestimmt. Die Entwicklungen sollten die regionale Identität stärken.
Grundsatz 3 – Schonender Umgang mit knappen Flächen und Ressourcen (ober- und unterirdisch):
Wir müssen unseren Raum, unsere Netze (Verkehr und Energie) und unsere Ressourcen optimal nutzen. Die multifunktionale Nutzung des Raums wird gefördert.
Grundsatz 4 – Stärkung der bebauten und der ländlichen Gebiete:
Wir schätzen die Vielfalt in städtischen und ländlichen Gebieten. Wir wollen die Städte und Dörfer kompakt halten und die städtischen Funktionen so weit wie möglich in den bestehenden Siedlungsgebieten konzentrieren.
2. Allgemeine Zoneneinteilung
Neben den Hauptaufgaben und -zielen arbeiten wir mit einer allgemeinen Zoneneinteilung, bestehend aus sieben Zonen, die die Richtung für die gewünschte territoriale Entwicklung der Provinz Limburg vorgibt:
- Naturnetzwerk Limburg (Natuurnetwerk Limburg)
- Primäre landwirtschaftliche Fläche (hochproduktive landwirtschaftliche Fläche)
- Grünblaue Landwirtschaftszone (Groenblauwe Landbouwzone) (Landwirtschaft mit Schwerpunkt auf Wasser- und Naturschutzaufgaben)
- Verflechtungsbereich (Landwirtschaft mit Schwerpunkt auf städtisch-ländlichen Aufgaben)
- Städtisches Gebiet
- Ländliche Kerngebiete
- Arbeitsstätten (einschließlich Gewerbegebiete und städtische Dienstleistungsgebiete (für Büros und Einzelhandel))
Wir arbeiten gebietsspezifisch und legen großen Wert auf die Kooperation mit anderen Behörden und gesellschaftlichen Partnern. Die Provinz übernimmt die Führung, um gemeinsam die für Limburg notwendigen Entscheidungen zu treffen. Uns steht eine umfangreiche Toolbox zur Verfügung. Diesen setzen wir für Angelegenheiten mit Bedeutung für die Provinz ein. Wo es notwendig und/oder angemessen ist, setzen wir rechtliche Instrumente ein (insbesondere die Umgebungsverordnung).
3. Regionale Akzente
Die vier für die drei Limburger Regionen erstellten Planungsstudien waren ein wichtiger Baustein für den POVI 2026.
Nordlimburg
Nordlimburg konzentriert sich auf die Stärkung grünblauer Strukturen wie die Maas-Dünen und die Peelvenen. Die Region will ihre wirtschaftliche Stärke in den Bereichen Agrofood und Logistik nachhaltiger gestalten. Es wird Raum für Naturentwicklung und die Wiederherstellung von Hochmooren in Kombination mit innovativen landwirtschaftlichen Modellen geben. Die Maas als blaues Rückgrat bietet Möglichkeiten für die Wasserwirtschaft, die Natur und die Freizeitgestaltung.
Mittellimburg
Mittellimburg konzentriert sich auf die systemische Sanierung von Wasser und Boden. Weert und Roermond fungieren als zentrale Städte für Wohnungsbau und wirtschaftliche Entwicklung. Die Bachtäler erhalten mehr Raum, um Wasser zu sammeln, und das Maasgebiet wird für Wassersicherheit, Naturentwicklung und nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten genutzt. Fragen der Überalterung und der Lebensqualität in kleineren Dörfern werden besonders berücksichtigt.
Südlimburg
Südlimburg entwickelt sich zu einer internationalen Wissensregion. Chemelot, die Brightlands-Campus und das Einstein Teleskop sind Motoren des wirtschaftlichen Wachstums. Gleichzeitig liegt der Schwerpunkt auf dem Schutz der einzigartigen Fünf-Sterne-Landschaft, einschließlich des Heuvelland, der Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und der Anpassung an den Klimawandel. Panorama Südlimburg, die Agenda Südlimburg und die NOVEX-Entwicklungsperspektive bilden zusammen eine wichtige Leitlinie für die integrierte Gebietsentwicklung.
NOVEX-Entwicklungsperspektiven
Sowohl in der Peel-Region als auch in Südlimburg arbeiten wir gemeinsam mit den Regionen, dem Wasserverband und der Zentralregierung an der Ausarbeitung der festgelegten Entwicklungsperspektiven. Diese Entwicklungsperspektiven waren wichtige Bausteine für den vorliegenden POVI.
4. Themen
Raumordnerische Qualität und Landschaft
Für eine gute Umgebungsqualität sind die raumordnerische und landschaftliche Qualität von wesentlicher Bedeutung. Limburg ist eine grüne Provinz mit einer großen Vielfalt an Landschaften und landschaftlichen Merkmalen und Qualitäten. Diese landschaftlichen Werte und die Vielfalt sind gefährdet. Aufgrund des zunehmenden Umfangs, der Komplexität und der Kohärenz raumordnerischer Aufgaben sowie unserer Rolle und Bedeutung in diesen Aufgaben fordern wir strukturell mehr Aufmerksamkeit für die raumordnerische Qualität und den Einsatz von Planung. Nicht nur, um bestehende Qualitäten und Werte als Ausgangspunkt zu nehmen, sondern auch, um neue Qualitäten und Werte hinzuzufügen.
Neue Initiativen sollten darum zur Erkennbarkeit von Landschaften wie dem Maastal, dem Heuvelland und De Peel beitragen. Gebietspässe beschreiben gebietsspezifische Merkmale. Die Gestaltungsgrundsätze bieten Gemeinden und Initiatoren Anregungen.
Die Erhaltung und Stärkung der landschaftlichen Kernqualitäten der Nationaal Landschap Zuid-Limburg und der Grünblauen Landwirtschaftszone wird seitens der Provinz besondere Aufmerksamkeit erhalten. Raumordnerische Qualität erfordert die Kooperation zwischen Behörden, Entwicklern und Bewohnern.
Natur
Die Natur in Limburg ist unter anderem durch Stickstoffablagerungen, Fragmentierung und klimatische Veränderungen unter Druck geraten. Der Erhalt und die Wiederherstellung der Qualitäten des Naturnetzwerks Limburg und der Natura-2000-Gebiete innerhalb dieses Netzwerks erfordert eine gute Wasser-, Boden- und Luftqualität. Wir setzen uns für die geforderte Vervollständigung des Naturnetzwerks Limburg sowie den Schutz und die Wiederherstellung der Natur ein. Ökologische Verbindungen verbessern die Migrationsmöglichkeiten von Flora und Fauna. In der Grünblauen Landwirtschaftszone fördern wir eine Landwirtschaft, die den dort geltenden Anforderungen in Bezug auf Natur, Landschaft und Wasser Rechnung trägt. Zu diesem Zweck haben wir die Aufgaben in diesem Bereich durch die Unterscheidung verschiedener Kartenebenen präzisiert. Die Übergangsgebiete rund um empfindliche Natura-2000-Gebiete und Naturgebiete wurden mit vorläufigen Grenzen und ohne Begründungspflicht ausgewiesen. Die Grenzen und Instrumente werden später im Rahmen von Gebietsprozessen festgelegt.
Wasser
Wasser spielt in der Limburger Raumordnung eine größere Rolle als bisher. Die klimatischen Veränderungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen und Dürren. Um mit dem Klimawandel fertig zu werden, müssen wir nicht nur an der Verbesserung des Wassersystems arbeiten, sondern uns auch auf die raumordnerische Planung in unserer Provinz konzentrieren. Die richtigen raumordnerischen Entscheidungen, die wir jetzt treffen, werden uns helfen, zukünftige Wasserprobleme zu vermeiden.
Trockenheit ist ein zunehmendes Problem für die Natur und die Landwirtschaft, aber auch unser Grund- und Trinkwasser kann durch zunehmende Trockenperioden mit der Zeit unter Druck geraten. Wir wollen die Auswirkungen der Dürre in Limburg so weit wie möglich reduzieren, indem wir widerstandsfähige Wassersysteme entwickeln, die mit Dürreperioden, aber auch mit zu viel Wasser zurechtkommen, und indem wir das verfügbare Wasser nachhaltig nutzen.
Um rechtzeitig auf den Trinkwasserbedarf reagieren zu können, nehmen wir zwei Suchgebiete für die Trinkwasserversorgung in Betracht. Wir prüfen auch, ob wir die bestehenden Grundwasserschutzgebiete erweitern müssen, um die Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern.
Ein Übermaß an Wasser aus den Bächen und aus den Hügeln in den abschüssigen Gebieten Limburgs könnte in Zukunft zu mehr Überschwemmungsgefahr und sogar zu Problemen mit der Wassersicherheit führen. Wir führen Wassersicherheitszonen im regionalen Wassersystem ein, um die Bewohner von Städten und Dörfern bestmöglich zu schützen.
Die Qualität unseres Oberflächen- und Grundwassers ist immer noch nicht gut. Wir bemühen uns, die Wasserqualität zu verbessern und den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie näher zu kommen.
In ländlichen Gebieten gibt es zahlreiche Herausforderungen in Bezug auf Wasser. Innerhalb der Grünblauen Landwirtschaftszone geben wir an, welche Aufgaben in Bezug auf Wasser, aber auch Natur und Landschaft hier zu berücksichtigen sind. Bachtäler, feuchte Niederungen, Hangtrockentäler und Natura-2000-Einzugsgebiete sowie die Übergangsbereiche um gefährdete Natura-2000-Gebiete und ökologische Verbindungszonen sind Teil der Grünblauen Landwirtschaftszone.
Die Gewährleistung von ausreichendem und sauberem Wasser, die Verhinderung von Überschwemmungsgefahr und die Verbesserung der Wassersicherheit sind Aufgaben, die wir gemeinsam mit vielen Partnern angehen. Die Kooperation mit dem Wasserverband, den Gemeinden und den Landwirten ist unerlässlich.
Boden und Untergrund
Boden und Untergrund sind für die Erfüllung gesellschaftlicher Aufgaben unverzichtbar. Um die Möglichkeiten, die der Boden und der Untergrund bieten, optimal zu nutzen, werden bei neuen territorialen Entwicklungen bereits in der Planungsphase der Oberboden und der Untergrund im Zusammenhang betrachtet. Wir setzen uns unter anderem für einen vitalen Boden ein, der die Grundlage für Landwirtschaft, Natur und Klimaanpassung ist.
Eine neue Herausforderung im Bereich des Bodenschutzes sind die sogenannten besonders besorgniserregenden Stoffe (Zeer Zorgwekkende Stoffen) (z. B. PFAS). In dieser Hinsicht spielen wir als mittlere Verwaltungsebene weiterhin die Rolle eines aktiven Vermittlers zwischen dem Staat, den Gemeinden und anderen Partnern auf Provinzebene.
Bei der Gewinnung von Primärbaurohstoffen werden Nutzen und Notwendigkeit immer gegen die gesellschaftlichen Aufgaben, die gewünschte territoriale Entwicklung und die angestrebte Kreislaufwirtschaft abgewogen.
Was den ehemaligen Steinkohlebergbau betrifft, so ist es unser Ziel, mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten, um negative Auswirkungen zu verhindern und dort, wo sie dennoch auftreten, angemessen zu handeln. Darüber hinaus nutzen wir weiterhin die Genehmigung gemäß dem niederländischen Bergbaugesetz, um die sichere Nutzung unterirdischer Kalksteinbrüche zu gewährleisten.
Gesunde und sichere Lebensumwelt
Eine gesunde und sichere Lebensumwelt für Menschen, Tiere und Pflanzen ist einer der Grundsätze von Limburg. Wir gehen auf diesen Grundsatz ein, indem wir uns sowohl auf die "klassischen" Umweltthemen (wie Luftqualität, Lärm und Umweltsicherheit) als auch auf die soziale und physische Sicherheit konzentrieren.
Es werden modulare Maßnahmen für die Umweltthemen Luft, Lärm, ruhige Gebiete, Geruch, Abfall, besonders besorgniserregende Stoffe und Deponien erläutert. Im Bereich der physischen und umgebungsbezogenen Sicherheit liegt der Schwerpunkt unter anderem auf einem risikogesteuerten Ansatz; die Erteilung von Genehmigungen, die Überwachung sowie die Kooperation mit den Sicherheitsregionen bilden die Grundlage der physischen Sicherheitspolitik.
Im sozialen Bereich streben wir nach Chancengleichheit für ein gesundes, sicheres und lebenswertes Leben. Wir tun dies zum Teil durch den gebietsbezogenen Ansatz für Stadtteile und Dörfer. Im Rahmen des ganzheitlichen Ansatzes der Lebensqualität wird sowohl der sozialen als auch der physischen Lebensqualität und Sicherheit Aufmerksamkeit geschenkt.
Energie
Die Energiewende braucht Raum und durchdachte Entscheidungen. Wir fördern die Erzeugung erneuerbarer Energie an Standorten, an denen sie raumplanerisch möglich ist. Und wir zielen darauf ab, Energieangebot und -nachfrage so weit wie möglich zu kombinieren, um unnötigen oder unerwünschten Transport über (überlastete) Energieinfrastrukturen zu vermeiden (Energieplanung).
Wir unterstützen die Entwicklung von Energiehubs, die Erzeugung, Speicherung und Verbrauch geschickt kombinieren. Die Energieinfrastruktur wird zur Behebung von Netzengpässen ausgebaut. Limburg ist an nationale Energieinfrastrukturprojekte wie den Delta Rhine Corridor (CO2), das Wasserstoffnetzwerk Limburg und 380-kV-Hochspannungsleitungen angeschlossen. Wir achten auch auf Verbindungen über nationale Grenzen hinweg.
Für die Windenergieerzeugung wurden Suchgebiete ausgewiesen. Für Solarparks gilt die Vorzugsreihenfolge der Limburger Sonnenleiter (Limburgse Zonneladder). In den Suchgebieten für Wind- und Solarenergie sind wir bereit, eine aktive Rolle zu übernehmen. Neben dem Erreichen einer guten Umweltqualität ist die lokale Eigenverantwortung für Energie ein wesentlicher Ausgangspunkt.
Wohnen
Wir sehen eine große Aufgabe in der Bereitstellung von ausreichendem, angemessenem und bezahlbarem Wohnraum. Im Wohndeal (Woondeal) Limburg haben wir mit der Zentralregierung und den Gemeinden Vereinbarungen getroffen, um bis zum Jahr 2030 fast 30.000 zusätzliche Wohnungen zu schaffen, vor allem im sozialen Wohnungsbau, im mittleren Mietsegment und im Bereich des erschwinglichen Eigentumswohnungsbaus. Längerfristig, bis 2040, streben wir mit dem Programm Limburg Centraal einen groß angelegten Wohnungsbau rund um die sechs Intercity-Bahnhöfe an.
Angebot und Nachfrage sollten gut aufeinander abgestimmt sein, und die Aufgaben sollten ausgewogen verteilt werden. Hierfür sind regionale Kooperation und Koordination unerlässlich. Wir übernehmen eine koordinierende und lenkende Rolle in Bezug auf den Wohnungsbau in Limburg, unter anderem durch das Wohnungsbauprogramm (Volkshuisvestingsprogramma) der Provinz und die Umgebungsverordnung Limburg. Dabei wird auch die prekäre Lage von ausländischen Arbeitnehmern berücksichtigt.
Der Wohnungsbau in Limburg sollte in erster Linie in den städtischen Gebieten oder in den ländlichen Kerngebieten stattfinden. Klare Vorbedingungen für jede darüber hinausgehende Ausweitung haben wir in die Umgebungsverordnung aufgenommen.
Landwirtschaft und Gartenbau
Der Agrarsektor ist seit jeher ein wichtiger Wirtschaftszweig in Limburg. Die Landwirtschaft und der Gartenbau, wozu u. a. Ackerbau, Gewächshausanbau, Gartenbau, Viehzucht, Obstanbau und Ziergartenbau gehören, sind nämlich als Hauptnutzer und Bewirtschafter unseres ländlichen Raums sehr wichtig für die Nahrungsmittelproduktion sowie für das Erscheinungsbild und die Qualität unserer Kulturlandschaft, sie sind aber auch von entscheidender Bedeutung in landwirtschaftlichen Gebieten mit natur- und wasserwirtschaftlichen Herausforderungen. Darüber hinaus spielen Landwirtschaft und Gartenbau auch eine wichtige Rolle bei der Bewirtschaftung und Entwicklung eines attraktiven Lebensumfelds zum Wohnen, Arbeiten und Erholen. Es ist daher im Interesse der Provinz, dass Landwirtschaft und Gartenbau weiterhin eine Rolle spielen, auch in ihrer Funktion als Nahrungsmittelproduzent, Landschaftspfleger und als Bindeglied für die Lebensqualität des ländlichen Raums.
Auf der bäuerlichen Hoffläche und in der landwirtschaftlichen Flächennutzung kommen die vielen Herausforderungen im ländlichen Raum zusammen. Der Übergang des ländlichen Raums ist daher weitgehend ein Übergang zur weiteren nachhaltigen Gestaltung von Landwirtschaft und Gartenbau. Die Herausforderung besteht darin, jetzt und in Zukunft nachhaltige und gesunde Lebensmittel zu erzeugen und dabei den Schwerpunkt auf den Erhalt oder die Verbesserung der Lebensumwelt zu legen. Dies sorgt für eine große Dynamik in diesem Sektor. Einerseits wollen wir der Landwirtschaft und dem Gartenbau eine vollwertige Zukunftsperspektive geben, die den Möglichkeiten der Region entspricht. Darin geben wir aktiv Raum für Innovation, nachhaltige Gestaltung und neue Geschäftsmodelle. Andererseits setzen wir uns dafür ein, dass die landwirtschaftlichen Gebiete vor Einschränkungen durch die Hinzufügung neuer sensibler Funktionen geschützt werden.
Wirtschaft und Betriebsstandorte
Limburg entwickelt sich zu einer Wissens- und Innovationsregion. Schwerpunkte sind Chemie (Chemelot), Agrofood (Greenport Venlo), Logistik, verarbeitendes Gewerbe (alle Regionen) und die Brightlands-Campus. Im Hinblick auf die Umstellung auf Kreislaufwirtschaft sind Hafengebiete und Flächen, auf denen Unternehmen mit hohem Umwelt-/Nutzungsbedarf angesiedelt sind, von Bedeutung.
Wir investieren in nachhaltige Arbeitsstandorte, Infrastruktur und die Kooperation zwischen Bildung, Wirtschaft und Behörden. Strategische Betriebsstandorte werden zukunftsfähig gestaltet: energiepositiv, klimaangepasst und zirkulär. Es gibt einen Planungsauftrag für neue Gewerbegebiete bis 2035. Wir füllen diese so weit wie möglich durch intensive Nutzung der bestehenden Flächen aus.
Wir weisen Gewerbegebiete von provinzieller Bedeutung aus, die aufgrund ihrer Größe, ihres Potenzials für die Kreislaufwirtschaft und ihrer Umschlagmöglichkeiten für das Funktionieren unserer Provinz in raumordnerisch-wirtschaftlicher Hinsicht wesentlich sind.
Die grenzübergreifende Zusammenarbeit wird verstärkt, um Wirtschaftswachstum und Innovation zu fördern. Europäische Programme und Fonds werden aktiv genutzt.
Freizeitwirtschaft
Die Freizeitwirtschaft ist als Einkommens- und Beschäftigungsquelle eine wichtige wirtschaftliche Säule in Limburg. In diesem POVI stehen die Einrichtungen für die Freizeitwirtschaft im Mittelpunkt. Dazu gehören Einrichtungen für den Erholungsaufenthalt wie Bungalowparks, Campingplätze und Hotels sowie Einrichtungen für die Tageserholung wie Vergnügungsparks und Golfplätze.
Unser Ziel ist es, in Limburg eine gut ausgebaute touristische Freizeitinfrastruktur mit dynamischen Betrieben im Bereich der Erholungsaufenthalte und Tagesaufenthalte sowie ausreichend hochwertigen Wegenetzen zu schaffen. Angebot und Nachfrage nach Einrichtungen der Freizeitwirtschaft müssen im Gleichgewicht sein. Eine quantitative Ausweitung des Angebots ist nur möglich, wenn sie nicht zu Verdrängung und Leerstand führt. Dies gilt sowohl für Erholungsaufenthalte als auch für die Tageserholung.
Unternehmen und Gemeinden sorgen gemeinsam für eine solide Grundlage der Initiative. Dies erfordert einen Unternehmensentwicklungsplan (bedrijfsontwikkelingsplan, BOP), eine Marktanalyse bzw. eine Angebots-Nachfrage-Analyse sowie eine kommunale Vision zur touristischen Erholungsstruktur. Wir lassen nur Initiativen zu, die auf einen langfristigen Betrieb von touristischen Erholungseinrichtungen abzielen.
In diesem POVI unterscheiden wir sieben allgemeine Zoneneinteilungen. Die Möglichkeiten zur Ansiedlung oder Erweiterung eines Betriebs mit Erholungsaufenthalts- und/oder Tageserholungsfunktion hängen von den Zielen dieser Zonen ab.
Es ist ratsam, konkrete Planvorhaben für die Freizeitwirtschaft zu streichen, wenn keine Aussicht auf deren Umsetzung besteht.
Unsere Politik verbietet weiterhin die Nutzung von Erholungseinrichtungen zu anderen Zwecken als Erholungsaufenthalte, z. B. zu Wohnzwecken. Zudem darf die Nutzung einer Freizeitunterkunft nicht in eine Wohnnutzung umgewandelt werden.
Mobilität
Wir setzen uns für ein gut erreichbares und barrierefreies Limburg ein: "Jeder Einwohner Limburgs gelangt innerhalb einer angemessenen Zeit und zu vertretbaren Kosten an sein Ziel." Limburg verändert sich schnell, genau wie die Niederlande und das übrige Europa. Mobilität und Erreichbarkeit spielen bei all diesen Veränderungen eine wichtige Rolle, damit unsere Gesellschaft lebenswert und dynamisch bleibt. Die Einwohner Limburgs müssen sich sicher und kostengünstig fortbewegen können – sei es für die Arbeit, die Familie, die Freizeit oder zum Vergnügen. Im Mittelpunkt muss der Reisende stehen, nicht das System. Außerdem ist es wichtig, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten in Limburg leicht zugänglich sind und dass Güter intelligent, sicher und nachhaltig transportiert werden können.
Die Provinz ist gesetzlich für eine gute und sichere Infrastruktur in der Provinz verantwortlich und organisiert und subventioniert den öffentlichen Nahverkehr. Die Erreichbarkeit von Einrichtungen, auch in ländlichen Gebieten und in den Vororten der Städte, ist dabei wichtig.
Als mittlere Verwaltungsebene verbinden wir lokalen und nationalen Verkehr und Transport. Wir berücksichtigen die einzigartigen Qualitäten und Chancen für Limburg als Grenzregion zu den Nachbarstaaten Deutschland und Belgien. Eine nachhaltige, intelligente und grenzüberschreitende Mobilität ist für die Zukunft Limburgs von entscheidender Bedeutung, wobei der Schwerpunkt auf aktiver Mobilität (zu Fuß gehen und Rad fahren), öffentlichem Verkehr, Sharing-Mobilität und dem Pkw liegt.
Nachhaltige Güterverkehrskorridore auf dem Wasser, der Schiene und der Straße werden entwickelt, um den Logistiksektor zukunftsfähig zu machen und die Überlastung des Straßennetzes zu verringern. Mobilitätspolitik und Raumordnung werden besser aufeinander abgestimmt.
Kulturelles Erbe und Kultur
Das kulturelle Erbe und die Kultur sind wichtige Träger der Identität und Attraktivität Limburgs. Wir setzen uns für den Erhalt nationaler und kommunaler Denkmäler, archäologischer Schutzgüter sowie kulturhistorischer Landschaften ein. Wir wollen in Limburg ein vielfältiges Angebot an kulturellen Einrichtungen mit einer ausgewogenen Verteilung über ganz Limburg, sodass dieses Angebot für jeden Limburger erreichbar ist. Wir fördern die Bewahrung und das Erleben des immateriellen Erbes, wie beispielsweise Blaskapellen und Harmonieorchester, Schützen- und Zunftwesen sowie den Karneval.
Wir fördern die Umnutzung von denkmalgeschützten Immobilien zu beispielsweise Wohn-, Arbeits- oder Erholungszwecken. Dies trägt zu einer nachhaltigen Entwicklung und zur Erhaltung der charakteristischen Dorf- und Stadtbilder bei.
Wir wollen, dass bei neuen territorialen Entwicklungen das Kulturerbe nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung betrachtet wird, sondern dass die historischen Strukturen und die Geschichte hinter dem Kulturerbeensemble auch als Inspirationsquelle für Maßnahmen dienen, die zum Charakter eines Gebiets passen. Dabei möchten wir die Nutzung des kulturellen Erbes als verbindende Kraft fördern. Das kulturelle Erbe bietet Möglichkeiten zur Steigerung der raumordnerischen und touristischen Qualität bei Entwicklungs- und Gestaltungsaufgaben. Dies erfordert die Entwicklung und den Einsatz von kulturhistorischem und archäologischem Wissen bei Gestaltungsaufgaben in der Landschaft.
Abschließende Betrachtung
Dieser neue Provinziale Raumentwicklungsplan Limburg trifft klare Entscheidungen. Nicht alles ist überall möglich. Limburg setzt auf gesundes Wachstum, Natur- und Landschaftsschutz, zukunftsfähige Energie und Mobilität, Perspektiven für die Landwirtschaft und Stärkung der wirtschaftlichen Leistung unter Berücksichtigung unseres grenzüberschreitenden Charakters. Flexibilität und Kooperation mit unseren Partnern innerhalb und außerhalb der Staatsgrenzen sind für die Verwirklichung unserer Ziele unerlässlich.
Mit diesem neuen Provinzialen Raumentwicklungsplan schafft Limburg eine nachhaltige, vitale und vernetzte Provinz.